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Wir sind eine Gemeinschaft von Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 26 Jahren und leisten durch unsere Aktivitäten einen Beitrag zu einem "Europa der Menschen". Als Jugendverband fördern wir die Entwicklung und Entfaltung Jugendlicher auf dem Weg zu einem verantwortungsbewussten Leben in Staat und Gesellschaft. Wir beteiligen uns aktiv am Zusammenwachsen Europas. Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf Grund der Verbandsgeschichte, wir wurden 1950 von vertriebenen Jugendlichen aus Böhmen, Mähren und Schlesien gegründet, in der Begegnung mit den mittel- und osteuropäischen Nachbarn. Die Junge Aktion ist der Jugendverband der Ackermann-Gemeinde und Mitglied in der Aktion West-Ost im Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ). Unsere vier Leitsätze sind: Christliches Leben, Menschenrechte, Begegnung mit den mittel- und osteuropäischen Nachbarn, Europa der Menschen.
"Warum du die JA brauchst!"
Seit November 2009 haben wir eine neue Bundesführung: Sebastian Kraft (25 Jahre, München), Philipp Schiller (29 Jahre, Freiburg), Kristýna Koprivová (18 Jahre, Bayreuth) und Martin Neudörfl (26 Jahre, Berlin).
Hier stellen sich die vier Bundessprecher unseren Fragen:

- Sebastian Kraft
1. Welche Schwerpunkte und Inhalte willst du als Bundessprecher einbringen?
Sebastian: Kontinuität – die Fortführung unserer Begegnungsarbeit mit Tschechen, Slowaken und Ungarn. Die Begegnungen um Silvester, Ostern und im Sommer sollen weiterhin Leuchttürme im Jahreskreis unserer Mitglieder bleiben. Wir wollen weiterhin versuchen, sie für unsere Arbeit zu begeistern und dazu zu animieren, ihre Ideen und Vorschläge in die Veranstaltungen einzubringen.
Philipp: Schwerpunkte sind für mich, das Einbringen religiös-spiritueller Komponenten bei Jugendbegegnungen oder im Bundesvorstand, die politische Weiterbildungswoche an Ostern in Rohr und die strukturelle Neugestaltung der Jungen Aktion.
Kristýna: Ich hoffe, dass die Junge Aktion noch bekannter wird, denn leider gibt es immer noch Leute die gegen andere Völker feindlich gestimmt sind. Unsere tollen Begegnungen sind ein Beweis dafür, das ein miteinander sein, arbeiten und Spaß haben, wunderbar funktioniert und deswegen sehe ich es wichtig, dass wir JA’ler die Möglichkeit haben, uns zu treffen und die Botschaft der Versöhnung in die Welt bringen können. Auch ist es mir wichtig, dass Kinder die zu Plasto Fantasto kommen, in die JA eingegliedert werden und vor allem, dass auch neue Jugendliche den Weg zu uns finden. Dafür setze ich mich ein!
Holle: Zum einen werde ich so viel Arbeit wie möglich in die bevorstehenden Begegnungen investieren, denn diese sind immer noch das zentrale Element im JA-Leben, aber auch zwischen den großen Veranstaltungen gibt es immer wieder Möglichkeiten, als JA-lerin/JA-ler etwas zu bewegen. Sei es nun in der Diözesanebene oder bei kleinen Events auf Bundesebene, wie z.B. die Verleihung der Plakate unserer "Gesicht zeigen für..."-Aktion. Hier kommen JA-ler zusammen und zeigen, dass man wirklich was bewegen kann. Ich möchte möglichst viele junge Menschen begeistern und ihnen zeigen, dass man auch bei ehrenamtlicher Arbeit Spaß haben kann, wenn man zusammen etwas macht.

- Philipp Schiller
2. Von welchen Erfahrungen in der Jungen Aktion kannst du am meisten profitieren oder haben dich am intensivsten geprägt?
Sebastian: Das ist schwer zu sagen – die Arbeit im Bundesvorstand hat mich eher als Ganzes geprägt. Im Gedächtnis bleiben dabei meistens eher die Kleinigkeiten – das Gefühl am letzten Tag einer Begegnung etwas mit den Themen und Diskussionen bewirkt zu haben oder Zufriedenheit, wenn man sieht, wie junge JA´ler immer mehr Verantwortung für den Verband übernehmen.
Philipp: Profitieren kann ich von der auf Völkerverständigung abzielenden christlichen Erziehung durch meine Eltern, obwohl - oder gerade weil – mein Vater in seiner Kindheit Not und Elend des Krieges und der Vertreibung erlebt hatte. Geprägt hat mich auch meine Zeit im Priesterseminar und mein derzeitiges Studium der Kath. Theologie und der Wiss. Politik auf Lehramt in Freiburg. Darauf aufbauend haben mich die letzten zwei Jahre im Bundesvorstand und das letzte Jahr in der Bundesführung offener werden lassen und haben mir vor allem in den Begegnungsveranstaltungen immer wieder die Wichtigkeit und die Begeisterungskraft der Arbeit nahegebracht. Die Ostertreffen in Kloster Rohr der letzten vier Jahre und auch die diesjährige Sommerfahrt nach Hájek mit Anschluss an das Bundestreffen der Ackermann-Gemeinde in Pilsen haben mich in die konkrete Begegnungsarbeit eintauchen lassen.
Kristýna: Ich glaube, dass mir jede Begegnung, die ich in der JA erlebt oder mitorganisiert habe, mir sehr viel gebracht hat, vor allem auch durch die JA’ler, die bei den Begegnungen waren und die mich oft sehr viel unterstützt haben! Trotzdem finde ich, dass ich die meisten guten Erfahrungen bei Plasto Fantasto gesammelt habe, dort habe ich vieles über Vertrauen, Verlass, Unterstützung und Freundschaft gelernt. Viele Entscheidungen musste ich dort sehr spontan treffen und oft hat nicht alles so funktioniert, wie man sich es eigentlich vorgestellt hat und dennoch ist es am Ende gelungen. Ich glaube, das hat mir viel gebracht.
Holle: Dazu zählen sicherlich die Veranstaltungen und die BuVo-Arbeit mit den für mich "alten JA-lern", also diesen, die mittlerweile schon der JA entwachsen sind. Hier konnte man eine Menge mitnehmen, sowohl was die inhaltliche Arbeit, als auch, was die Begeisterung für unseren Verband anging (vom Verzehr hopfenhaltiger Getränke bis tief in die Nacht mal ganz abgesehen ;-) ). Ansonsten sind alle Veranstaltungen der JA immer etwas einzigartiges und von jeder einzelnen habe ich so viele unterschiedliche Erfahrungen mitgenommen, dass es unmöglich ist, eine besonders hervorzuheben, da ich die Erfahrung JUNGE AKTION eher als ganzes sehe.

- Kristýna Koprivová
3. Und nun zu den Anfängen: Wie kamst du zur Jungen Aktion?
Sebastian: Während meines Zivildienstes in Tschechien habe ich Toni Otte kennen gelernt. Der hat mir einen Kontakt in die Hauptstelle vermittelt und kurze Zeit später war ich in Kloster Rohr dabei – und bin seitdem nicht mehr weg gekommen.
Philipp: Beim Info-Stand am Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003 kam ich erstmals mit der Ackermann-Gemeinde in Kontakt – und bin dann kurz darauf in Freiburg Mitglied von AG und JA geworden. Die Bundes-Junge-Aktion und ihre tschechischen und slowakischen Partner lernte ich ab 2006 bei den Ostertreffen in Rohr kennen.
Kristýna: Diese Geschichte reicht in meine Kindheit zurück, als ich 9 Jahre alt war, bekamen meine Eltern von der Ackermann-Gemeinde Nürnberg die Einladung zu WinterWerkWoche in Haindorf. Diese Begegnung war für meine Eltern, Geschwister und mich so eindrucksvoll, dass meine Geschwister und ich im nachfolgenden Jahr nach Haidmühle zu Plasto Fantasto fuhren. Seit dem ersten Plasto konnten wir kein einziges mehr auslassen, bis wir schließlich das JA-Alter erreichten und 2006 zu unserer ersten Osterwoche nach Rohr kommen durften!
Holle: Das ist schnell erklärt. Da meine Eltern ihre Wurzeln im Sudetenland haben und beide bei der Ackermann-Gemeinde sind, konnte ich zwar noch nicht mal laufen, war aber trotzdem bei den Ostertreffen der AG im Pfarrer-Hacker-Haus dabei. Somit bin ich quasi von Geburt an JA-ler und seit meiner ersten JA-Tagung in Rohr an Ostern 2000 auch ein richtiges aktives Mitglied. Seitdem hab ich keinen Tag, den ich mit der oder für die JA verbracht habe, bereut...
4. Was macht die Junge Aktion für dich zu etwas ganz besonderem?
Sebastian: Bei den JA-Begegnungen kann jeder ganz unkompliziert mit jungen Menschen aus unseren Nachbarländern in Kontakt kommen, mit Ihnen diskutieren und nette Abende verbringen. Wir sind eine wunderbare Plattform, auf der man sich ausprobieren, interkulturelle Erfahrungen machen und seinen Horizont erweitern kann. Solch prägende und nachhaltige Erlebnisse wie bei der Jungen Aktion hatte ich nirgendwo anders.
Philipp: Immer und immer wieder sind wir in diesem Jahr 2009 an den deutschen Mauerfall, an den Fall des „Eisernen Vorhangs“, der Europa durchtrennt hat, erinnert worden. Vor zwanzig Jahren haben viele Deutsche, Ungarn, Tschechoslowaken und Polen das sozialistische System, das nur mit Gewalt aufrechterhalten werden konnte, überwunden. Ihnen ist es zu verdanken, dass wir heute in Frieden und Freiheit gemeinsam am Haus Europa bauen können. Obgleich in der Geschichte auch im Namen Jesu Christi schlimme Dinge getan wurden, gab es so viel mehr Menschen, die ihren christlichen Glauben als Motivation gesehen haben, Menschen zusammenzuführen, Gegensätze zu überwinden um gemeinsam in die Zukunft gehen zu können. Diese Dinge sind auch für mich fundamental wichtig und eine lebenspraktische Ausprägung meines Glaubens. Die JA ist für mich der - in meiner Zeit und meinen Lebensumständen - ideale Platz diese Ziel zu verfolgen. Denn die Chancen für ein gemeinsames Europa sind so gut wie nie...
Kristýna: Die JA ist in ihrer Freundlichkeit, Offenheit, Hilfsbereitschaft und der Begeisterung für den Glauben, den Gesang, die Kreativität, Geschichte und Kennenlernen neuer Menschen, Kulturen und Welten so besonders, wie es nur die JA sein kann! Nach jeder Begegnung bin ich gerührt und kann es kaum erwarten, zu der nächsten fahren zu können. Es sind die Menschen, ihre Interessen und Taten, durch die jede Begegnung so wunderbar und einzigartig ist und die damit die Junge Aktion zu etwas ganz besonderem machen. Einmal habe ich gesagt, die JA sei wie eine große Familie, dies möchte ich noch erweitern, die JA ist eine große Familie, die für alle offen ist und das ist das, was ich wirklich toll finde!
Holle: ... was sie auch zu etwas ganz besonderem macht, denn die Menschen, die ich in diesem Verband kennengelernt habe, machen ihn zu etwas besonderem. Und es gibt immer wieder so kleine Momente auf einer Begegnung, die ganz speziell und besonders sind, wie zum Beispiel ein Gottesdienst im sommerlich warmen Rohrer Klosterhof, bei dem sich plötzlich alle in den Armen liegen, die Zulosung einer "ganz besonderen" Tanzpartnerin beim Pärchenspiel für den Eingangswalzer, eine hitzige Diskussion in einem Arbeitskreis, ein lauwarmer Sommerabend am Lagerfeuer mit einem Bier und guten Gesprächen, das alljährliche Ostersingen nach dem Gottesdienst morgens um acht, eine 16 Stunden-Zugfahrt aus der Hohen Tatra nach Hause oder eine durchtanzte Abschluss-Party-Nacht. Ich könnte aus den letzten 10 Jahren, die ich bei der JA verbracht habe wahrscheinlich noch tausend weitere dieser Momente aufzählen. Und genau deswegen ist dieser Verband für mich etwas Besonderes...
Vielen Dank!
Hier gehts zur persönlichen Vorstellung der vier neuen Bundessprecher *klick*!
Wir gehören zu der Gemeinschaft aus...
Sozialwerk der Ackermann-Gemeinde



