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Rohr 2006

Gruppenfoto

Rohr 2006: "Gemeinsam auf dem Weg" Mário Felber erzählt von einer faszinierenden Rohrtagung

Vom 12. bis zum 16. April 2006 fand im Benediktinerkloster in Rohr wieder die politische Weiterbildungswoche der Jungen Aktion statt. Mehr als 80 junge Leute aus Deutschland, Tschechien und der Slowakei  beschäftigten sich in diesem Jahr mit dem Thema "Faszination Masse!?".

Im Geiste der kommenden Fussballweltmeisterschaft begrüßte uns das Rohrteam 2006 am Mittwochabend. Unsere "Allianz Arena" war voll von begeisterten Menschen, die alle ihre Ostertage sinnvoll verbringen wollten. Obwohl die meisten Teilnehmer nach langer Reise ziemlich müde waren, nutzten sie schon am ersten Tag die Gelegenheit in der Teestube oder der Bar einander zu begegnen. Für viele, die sich so lange nicht sahen, war das ein angenehmer Anlass zum Gespräch.

Ein Arbeitskreis zeigt stolz seine Ergebnisse

Der Tagesablauf war wie jedes Jahr bunt. Man konnte jeden Moment wirklich aktiv verbringen. Obwohl ich schon zum dritten Mal zu Ostern in Rohr war, gab es Neues für mich. Sehr positiv wirkte auf mich die Einführung von Dr. Robert Falkenauer, der uns neben theoretischen Erklärungen auch viele tiefe Gedanken an die Hand gab, die bestimmt mehrere Leute zum Nachdenken anregten und auch an die Osterzeit und ihre Liturgie anknüpften. 

Das gemeinsame Singen war erneut für mich ein persönliches Highlight. Unter der Leitung von Daniel Pain und Katarina Jakubcova gab wir einen deutlichen Beweis dafür, was zwei positiv gelaunte Menschen mit einer Masse schaffen können. Kompliment an euch!?

Das Angebot von Arbeitskreisen überraschte mich sehr. Ehrlich gesagt, konnte ich mir nicht ganz genau vorstellen, welche Themen man mit dem Begriff Masse verbinden kann. Unsere Horizonte konnten aber dank Arbeitskreisen, wie z. B. psychologische Aspekten der Massenbewegungen, den Sozialismus in der DDR, die Analyse der Massenmedien, geschichtliche Aufarbeitung des Begriffs "Masse" am Beispiel des Nationalsozialismus und dessen Wirkungen auf die Massen, erweitert werden.

Kreativ für ein schönes Osterfrühstück

Neben den Arbeitkreisen und Diskussionen bot sich aber auch die Möglichkeit zur Entspannung und sich künstlerisch zu verwirklichen. Unter dem Motto Licht ist stärker als Dunkelheit schmückten manche von uns Kerze. Man konnte in der Sporthalle auch Selbstverteidigung ausüben. Ein besonderes Kompliment gilt den Teilnehmern, die die kreativen Pausen dazu nutzten, ein Schwarzlichttheater-Stück einzuüben. Dass alle Teilnehmer die Zeit in den Arbeitskreisen produktiv verbrachten, davon konnten wir uns während der Matinee am Sonntag überzeugen.

Jeder, der schon irgendwann in Rohr war, weiß, dass eine gemeinsame Liturgiefeier einer der Höhepunkte unserer Begegnung ist. Der Gründonnerstag erinnert uns an das letzte Abendmahl Christi. Am Karfreitag gedachten wir gemeinsam in der Kirche des Todes Christi. Der Karsamstag bedeutete für uns eine Zeit der spannenden Erwartung.

Am Samstagabend gab es noch etwas für die sich nach Kultur sehnenden Menschen. Am "Pop-klassischen" Konzert beteiligten sich alle, die ihre Fähigkeiten vor Publikum präsentieren wollten.

Wir singen "Meine Zeit"...

Am Osternsonntag um fünf begann mit dem Gottesdienst, bei dem wir der Auferstehung Christi gedachten, das größte Fest im kirchlichen Jahr. Leider entsprach die Art des Weckens nach kurzer Nacht nicht dem Anlass unseres frühen Aufstehens.

Viele Leute fragen mich oft, warum ich zu Ostern nach Deutschland fahre, ob es für mich eine neue Tradition ist oder ob ich die Nase voll von meiner Heimat habe. Ich muss ihnen immer dieselbe Antwort anbieten. Für mich bedeuten die Ostertage in Rohr ein unvergessliches Erlebnis, das mit den Menschen, die ich mag, verbunden ist. Es ist klar, dass es auch unter uns manchmal Probleme gibt, weil jeder seine eigenen Vorstellungen durchsetzen möchte, aber wichtig ist, dass wir uns respektieren können, unabhängig davon, woher man kommt, welche Ausbildung man hat, bzw. wie viel Geld man in der Tasche hat. Das ist meiner Meinung nach ein gutes Zeichen für unsere gemeinsame Zukunft im vereinten Europa. Wo Respekt und Toleranz das Zwischenmenschliche bestimmen, dort können wir mit Hoffnung weitere Entwicklung erwarten.

Abschlußabend

Zum Schluss möchte ich mich noch bei allen Teammitgliedern bedanken. Danke, dass unsere Begegnung bunt war und uns viele Anregungen zum Nachdenken gab. Die Ostertage in Rohr bedeuteten auch für Matthias Dörr eine "Premiere" an der Stelle des Bundesgeschäftsführers. Ich bin davon überzeugt, dass es für ihn ein guter Anfang war, deshalb wünsche ich ihm viel Geduld und Erfolg mit der JA.

Ich hoffe, dass wir uns nächstes Jahr wieder in Rohr treffen, um neue gemeinsame Wege finden zu können.

 

Mário Felber, Slowakei

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