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Alt-Bischof Koukl, Weihbischof Malý, Bischof Komarica, Msgr. Otte und Geistl. Beirat Falkenauer

Junge Aktion – Mittendrin, statt nur dabei!
Bundeskongress der Ackermann-Gemeinde in Erfurt

 
Europa, unendlich viel Leid und Zerstörung. Wir schreiben das Jahr 1946. Eine kleine Gruppe von vertriebenen katholischen Sudetendeutschen stellt bei der amerikanischen Besatzungsmacht den Antrag, den Verein „Ackermann-Gemeinde“ zu gründen. Zu dieser Zeit bedurfte die Zulassung von Vereine der Genehmigung durch die Alliierten und genehmigte Gründungen von Vertriebenenverbänden waren kaum vorstellbar. Doch die Gründung einer weiteren „farmers community“ schien den Amerikanern unproblematisch. Damit war die Ackermann-Gemeinde einer der ersten politischen Vereine im Nachkriegsdeutschland.

Ob diese Geschichte nun wirklich so stimmt oder doch nur eine nette Legende ist, so wie es noch viele weitere innerhalb der Ackermann-Gemeinde gibt, ist reine Nebensache. Fakt ist jedoch, dass die Ackermann-Gemeinde in diesem Jahr bereits 60 Jahre alt wurde; und dieser runde Geburtstag musste natürlich ausgiebig gefeiert werden. Auch die Junge Aktion feierte den Geburtstag ihres Erwachsenenverbandes und beteiligte sich an verschiedenen Programmpunkten.

Weihbischof Malý bei seiner Predigt

Sicherlich ein religiöses Highlight dieses Wochenendes war der Gottesdienst am Samstagmorgen, gestaltet durch die JA. In einem Predigtgespräch mit dem Prager Weihbischof Václav Malý stellten die JA´ler kritische Fragen zu Glaube und Gesellschaft. Auch wenn die Antworten auf diese Fragen Malý nicht immer leicht fielen, so zeigte er doch sehr interessante und theologisch faszinierende Wege auf, die gerade für uns Jugendliche Motivation sein sollten, an unserem interkulturellen Wirken und an unserem eigenen Glauben weiterzuarbeiten. Mit vielen bekannten Liedern aus dem „Banana“, aber auch einem Oldieklassiker aus alten JA-Tagen, wurde der Gottesdienst mit Malý, Altbischof Koukl aus Leitmeritz/Litoměřice und Bischof Komarica aus Banja Luka musikalisch untermalt.

Doch nicht nur religiös hatte das Wochenende in Erfurt einiges zu bieten, auch thematisch war der Bundeskongress mit ca. 500 Teilnehmern geprägt von vielen interessanten Gesprächsforen und Referaten. Die Gesprächsforen wurden von der Junge Aktion inhaltlich vorgestellt, so dass den Teilnehmer ein besserer Überblick über das Angebot vermittelt werden konnte. Zur festlichen Stunde der Ackermann-Gemeinde konnten die AG den Ministerpräsidenten von Thüringen, Dieter Althaus, gewinnen, der über christliche Werte und Glaube in Politik und Gesellschaft referierte und beim Rundgang durch das Kongresszentrum auch Interesse an der Begegnungsarbeit der JA zeigte.

Die Junge Aktion gestaltete musikalisch den Gottesdienst in Erfurt.

Doch auch die Junge Aktion war thematisch nicht untätig. Als Referenten bei einem eigenen Arbeitskreis konnten wir den stellvertretenden Vorsitzenden des Bundesausländerbeirates gewinnen, mit dem wir die Frage diskutierten: „Integration – was müssen Gesellschaft/JA und Migranten leisten?“. In einer spannenden Diskussion besprachen wir die Schwierigkeiten einer erfolgreichen Integration und welche notwendigen Schritte von beiden Seiten unternommen werden müssen. An dieser Stelle sei noch zu erwähnen, dass Herr José Paca uns mit unserer Veranstaltung „Plasto Fantasto“ bei der nächsten Sitzung des Bundesausländerbeirates als Musterbeispiel gelungener Integration vorstellen möchte.

Ministerpräsident Althaus informiert sich über die Projekte der JA

Ein Novum für Bundesveranstaltungen der Ackermann-Gemeinde waren die Feierlichkeiten am Samstagabend. Ein fesselndes und aufregendes Generationenspiel, gestaltet von zwei Alt-JA´lern, begeisterte Jung und Alt gleichermaßen. Vier Gruppen – „Erlebnisgeneration“, „Glückliche Generation der späten Geburt“, „Mittlere Generation“ und „Fresh-Cake-Generation“ – zeigten ihr Wissen zu 60 Jahre Ackermann-Gemeinde und Junge Aktion. Wer hier jetzt denkt, dies müsste sehr trocken gewesen sein, der täuscht sich gewaltig. Viele witzige Anekdoten, spannende Geschichten und erstaunliche Zahlen faszinierten Groß und Klein. Ein kleiner Ausschnitt: Wie viele Ackermänner und –frauen haben bereits geschmuggelt? Waren früher wirklich über 1000 Teilnehmer in Rohr? Wer spricht heute noch tschechisch? Wie viele JA´ler studieren oder studierten in Tschechien?

Besonders hervorzuheben ist noch, dass dieser Bundeskongress für sicherlich alle Teilnehmer sehr familiär, man möge fast schon sagen kuschelig war. Die überaus positive Stimmung dieses Wochenendes gab den Anwesenden viel Kraft und Mut für die kommenden Herausforderungen innerhalb und außerhalb des Verbandes. Wer da nicht dabei war, der hat wirklich etwas verpasst.

 

Michael Utschig

Greifen in die Vollen: Franz Olbert, Margareta Klieber, Toni Otte

Ehrenmitgliedschaft an Margareta Klieber und Anton Otte in Erfurt verliehen.

In Anerkennung und als Dank für langjähriges Engagement für und in der Jungen Aktion der Ackermann-Gemeinde wurde am 7. Oktober 2006 Margareta Klieber und Toni Otte die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Damit haben wir nun neben Franz Olbert und Hilde Hejl insgesamt vier Ehrenmitglieder.

 
Liebe Margo,

durch Deine leidenschaftliche Bereitschaft, die Arbeit, Ideen und Ideale der Jungen Aktion der Ackermann-Gemeinde zu unterstützen und zu begleiten hast Du Dich, liebe Margareta, in den letzten 8 Jahren als Bundesgeschäftsführung der Jungen Aktion ausgezeichnet. Dein Wirken innerhalb der Jungen Aktion hinterlässt tiefe Spuren, wie beispielsweise die Kinderbegegnung „Plasto Fantasto“. Stets mit viel Herzblut und Freude hast Du innerhalb der Jungen Aktion Dinge gestaltet und wurdest dadurch ein wichtiger Bestandteil der Gemeinschaft. Für viele das Herz und die gute Seele der Jungen Aktion, warst du uns immer eine sehr wichtige Vertrauensperson, die auch in schwierigen Zeiten zu uns hielt und uns unterstützte. In Dankbarkeit hoffen wir, dass du der Jungen Aktion auch in Zukunft eng Verbunden bleibst!

Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Margareta (mi.) und Anton (2.v.l.).

Lieber Toni,

durch Deine leidenschaftliche Bereitschaft, die Arbeit, Ideen und Ideale der Jungen Aktion der Ackermann-Gemeinde zu unterstützen und zu begleiten hast Du Dich, lieber Toni, in den letzten 15 Jahren als Geistlicher Beirat der Jungen Aktion ausgezeichnet, in denen Du zwar immer älter wurdest, aber für uns nie zu alt warst. Für Dein unerschütterliches Engagement und Deinen unermüdlichen Einsatz möchten wir Dir ganz herzlich im Namen der Jungen Aktion danken. Als Fachmann für das Deutsch-Tschechische warst du uns stets ein lustiger Begleiter, und nicht zuletzt ein guter Freund. In Dankbarkeit hoffen wir, dass du der Jungen Aktion auch in Zukunft eng Verbunden bleibst!

 

Alles Liebe

Euer Michael

Für die Bundesführung der Junge Aktion der Ackermann-Gemeinde

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