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Der Erfolg der „kleinen Schritte”

Der Erfolg einer Veranstaltung ist nicht messbar. Insofern kann man auch nicht sagen, ob die Podi­umsdiskussion der Jungen Aktion am Sudetendeutschen Tag 2007 in Augsburg unter dem Titel „Wieviel Beneš darf´s denn sein? – Gedanken zum Gelingen der bayerisch-tschechischen Nachbar­schaft“ erfolgreich war. Manche werten es als Erfolg, wenn Sudetendeutsche Hardliner wutent­brannt den Saal verlassen, sobald ein tschechischer Diplomat a.D. die These aufstellt, dass es ohne Hitler keine Vertreibung gegeben hätte.

Interessierte, „leise” Zuhörer

Neben den lauten Zuhörern gab es aber auch die vielen leisen Teil­nehmer, die nach der Podiums­diskussion zu JA-Mitgliedern kamen, z.B. weil das Wort „Skoky“ gefallen ist. „Meine Mutter kommt aus Skoky/Maria Stock und endlich habe ich jemanden gefunden, der auch etwas über Skoky weiß. Können Sie mir davon vielleicht mehr erzählen?“ „Natürlich, dafür sind wir doch da. Kommen Sie doch gleich mit zu unserem Stand, dann werden wir Ihnen Informationsmaterial geben. Ach ja, zu unserem diesjährigem Festival am 11./12. August sind Sie natürlich auch herzlich eingeladen!“
Es sind also die kleinen Schritte, die solche Veranstaltungen zu einem Erfolg werden lassen, sei er nun messbar oder nicht. Klar, die von der JA organisierte Podiumsdiskussion zur Zukunft der bayerisch-tschechischen Nachbarschaft war trotz provokantem Titel und prominenter Gäste wie František Černy (Botschafter der Tsche­chischen Republik in Deutschland a.D.), Manfred Weber (Mitglied des Europäischen Parlaments), Christa Matschl (Vertriebenpolitische Spre­cherin der CSU-Landtagsfraktion) und Ondřej Matějka (Bürger­vereinigung Antikomplex Prag) kein Messehallenfeger, aber mit gut 200 Zuhörern doch ein wichtiger Part des Sudentendeutschen Tages.
Abseits von traditionellen kulturellen Elementen ging es in erster Linie darum, eine Debatte über einen Kurswechsel der Sudetendeutschen gegenüber der Tschechischen Republik anzustoßen – weg von den Symbolen der Vergangenheit, hin zu einer gemeinsamen Zukunft auf der Basis des gegenseitigen Aust­ausches. Die Begegnungsarbeit der JA nimmt hierbei natürlich eine der Vorreiterrollen ein.

Kleine Schritte auf einem schwierigen Weg 

Auch wenn in erster Linie die Hand voll Schreier und Störenfriede in Erinnerung blieben, der eigentliche Erfolg sind die vielen stillen Zuhörer, die sich danach über die Arbeit der JA am Stand erkundigt haben. Insofern: Auch am nächsten Sudentendeutschen Tag sollte wieder eine JA-Delegation vertreten sein. Denn viele kleine Schritte führen zum Ziel, und dass dieser Weg kein leichter sein wird, dass wissen wir ja schon lange.

Sebastian Kraft