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Interkulturelle Einstimmung auf den WJT

Junge Aktion beteiligte sich an der Jugendbegegnung der Aktion West-Ost (Heft 3/2005)

"Macht, Glaube, Gewalt" war das Thema der Woche der Begegnung in Gemen an der deutsch-holländischen Grenze. Sie sollte die etwa 100 deutschen, slowakischen, tschechischen und polnischen Teilnehmer auf den bevorstehenden Weltjugendtag in Köln geistig einstimmen. Unsere Unterbringung war für uns alle absolut neu: eine Wasserburg, die von zwei Wassergräben umgeben war.

Der Zeitzeuge Hermann Scheipers

Zu unserer Thematik hatten die Organisatoren hochkarätige Gäste eingeladen. Zum Beispiel den katholischen Priester Hermann Scheipers, der mit seiner Geschichte unser aller Interesse weckte. Er ist der letzte Überlebende des Prieserbunkers im KZ Dachau. Während der NS-Zeit und der späteren DDR-Diktatur wurde er als "Staatsfeind" verfolgt. Sein starker Glaube ließen ihn diese schlimmen Zeiten überstehen. Das Interesse an Hermann Scheipers lag auch darin, dass wir am Vortag den Film "Der neunte Tag" gesehen hatten. Der Film handelt von einem luxemburgerischen Priester, der gemeinsam mit Scheipers im KZ Dachau inhaftiert war.

Tag des sozialen Engagements

Am "Tag des sozialen Engagements" besuchten wir verschiedene soziale Einrichtungen. Ich schloß mich der Gruppe an, die ein Heim für Menschen mit geistig- und körperlichen Behinderungen kennenlernen konnten. Die Bewohner leben dort in Wohngemeinschaften in sehr individuellem Rahmen. Zu dem Haus gehört ein Garten, der behindertengerecht gestaltet werden soll. Dort wollten wir mit einem Hochbeet unseren Beitrag leisten. Leider schüttete es in Kübeln. Deshalb putzen wir die Räder der Bewohner. Aber diese Betätigung machte uns allen große Freude. Wir hatten zudem die Möglichkeit Tandem-Fahrräder auszutesten…

Geisige und weltliche Einstimmung

Der Šumperker Pater Milan bereitete uns mit seinen Gottesdiensten geistig auf den Weltjugendtag vor. Bevor es nach Köln ging, gab es am Vorabend eine große Party indem sämtliche Weltjugendtagspilger aus der näheren Umgebung von Gemen zu uns auf die Wasserburg kamen. Die Multikulturalität, das ausgezeichnete musikalische Begleitprogramm und der Segen des Bischofs bereiteten uns alle einen unvergesslichen Abend, bevor es am nächsten Tag nach Köln ging.

Wolfram Röhrig