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WWW 2003/2004

Winter-Werk-Woche 2003/2004
Ein Brief an eine gute Freundin ... (Heft 1/2004)

Liebe Sandra!

Alles, alles Gute im neuen Jahr und bleib mir bloß die alte "Junge"!

Ich bin wieder zu Hause von der WWW, auf der Du ja leider nicht dabei warst. Ich sag Dir, Du hast echt was verpasst! Mittlerweile bin ich einigermaßen wiederhergestellt. Jetzt sitze ich hier, soll Zeugnisse schreiben und auch noch den Artikel über unsere Woche in der Stützelvilla für das JA-Heft. Ich hab nicht den blassesten Schimmer, wie ich den formulieren soll. Deswegen hab ich beschlossen, ich schreib lieber erst mal Dir, was Du alles versäumt hast.

Zuerst mal hatten sich wohl alle vorgenommen, mein angestaubtes oder nicht vorhandenes Wissen über Politik oder präziser über die Politik in Bezug auf Böhmen, Mähren oder noch präziser über die Politik der Tschechoslowakei nach dem zweiten Weltkrieg zu verbessern. Ein Crash-Kurs für Politik-"Neulinge".
Bei dem Vortrag von Prof. Dr. Alf Brückner ging es in der liegenden Acht durch die Geschichte Böhmens und Mährens, angefangen bei 1278 bis nach dem zweiten Weltkrieg. Er ist ein wirklich großartiger Erzähler und man lauscht seiner Auslegung der Geschichte(n) gebannt. Er legte den Grundstock. Matze und Rainer ackerten verzweifelt mit uns an dessen Vertiefung. Es war so effektiv, mit ihnen zu arbeiten, denn mit ihrem fundierten Wissen (Ihr seid super!) konnten sie auf alle Fragen Antwort geben. In einem der AKs haben wir eine wirklich faszinierende Entdeckung gemacht. Die deutschen Teilnehmer sollten aufschreiben, was sie vermuteten, dass die Tschechen wohl über die Deutschen denken und die tschechischen Teilnehmer sollten sich darüber Gedanken machen, welche Vorurteile in den Köpfen der Deutschen zum Thema Tschechien wohl existieren. Es entstand eine ziemlich wilde Diskussion und zum Ende hin stellten wir fest, dass wir beinahe aneinander vorbei geredet hatten, denn wir hatten zwei völlig unterschiedliche Formen unsere Ansichten in Worte zu fassen. Während die Tschechen eher umschreibend erklären, versuchen die Deutschen alles in einen Satz zu packen. Da dem jeweils Anderem die Ausdrucksweise ungeläufig ist, kommt es leicht zu Missverständnissen. Wie einfach ging es hinterher mit der Kommunikation, als wir das einmal festgestellt hatten!

So heftig und ernsthaft in den AKs auch gearbeitet wurde, so viel Spaß hatten wir dann in den kreativen Arbeitskreisen (KAKs). Der Brüller war der "Männer-KAK", in dem Doris und Andrea sich ein paar männliche Exemplare vorknöpften und sie nach dem Motto "Was Frauen wollen" umstylten. Es war ein großer Lacherfolg und ich bewundere den Mut der Freiwilligen.
Die beiden Isabells sorgten dafür, dass die Gaumenfreuden nicht zu kurz kamen und die Waage nachher bedenklich in die Höhe schnellte. Sie haben tatsächlich mit ihrem KAK Pralinen gemacht. So was hab ich noch nie gesehen. "Chocolat live" sozusagen.
Bei der Erfindung unseres JA-Spiels kam ich ganz schön ins Schwitzen. Mal ganz davon abgesehen, dass dies mein erster eigener KAK war, musste ich bei Felis geballtem JA-Wissen auch noch passen, doch Blanka rettete mich meist lachend vor größeren Peinlichkeiten.

In der Podiumsdiskussion stellten sich die neuen Bundessprecher den Fragen des "Publikums". Und weißt du was, Matze hat davor einen Vortrag gehalten - unser kleiner Matze. Wirklich professionell. Unglaublich, was der alles weiß.

Die Würzburger haben mit ihrem Spieleabend für großen Wirbel gesorgt. Es gab einen wirklichen Wettstreit, der auszuarten drohte, weil aus Spiel manchmal doch droht Ernst zu werden. Doch ein Wein in der gut sortierten Teestube konnte die Gemüter wieder beruhigen (Also so intelligent sie sind, manchmal sind sie doch echt net besser als meine Kleinen in der Schule!) Die Abende in Bar und Teestube wurden oft lang, weil es so viel zu lachen und zu quatschen gab. Trotzdem kamen die meisten, verkatert oder nicht, zum offenen Singen. Sandra, ich hatte vergessen, wie toll es ist, in der JA zu singen. Jitka hat mit einer Geradlinigkeit und Sicherheit den "Chor" dirigiert und geduldig jede Stimme auch zum x-ten Mal wiederholt, bis es auch der / die Letzte geschnallt hatte, wie die Melodie war. Ich war völlig beeindruckt!

Ich fand so schön, dass du vorbeigekommen bist und uns durch den Wald geführt hast (Die Idee mit dem Eichhörnchenspiel klau ich dir, ja?!) Du hast mir gefehlt, auch wenn so viele tolle Menschen auf der Tagung waren! Wir müssen unbedingt telefonieren und das genauer bequatschen (Wie früher in der Schule, nur endlich ohne nölende Eltern im Hintergrund!!!!).

"Der Geist des Teams schwebte über den Dingen und es sah, dass es gut war." Wir hatten ein echtes "Dream-Team". Ich war wirklich beeindruckt von der Kreativität unseren drei Astronauten Andi, Christoph und Holle, die unser Raumschiff auch in Turbulenzen so sicher gesteuert durch die Jahrhunderte gesteuert haben. Sie hatten wirklich genau die richtige Mischung aus Lockerheit und Disziplin. Man hatte immer das Gefühl, man konnte zu ihnen kommen, wenn Not am Mann war. Geradezu väterlich streng schickte Holle eine völlig verkaterte, grün dreinblickende Teilnehmerin wieder ins Bett, damit sie fit war für die Riesenparty am Abend. Sylvester stand vor der Tür und wurde mit einem Gottesdienst eingeleitet, der ohne unseren Stammpriester Toni Otte so nicht denkbar gewesen wäre.

Im Meditationsraum herrschte angespanntes Schweigen, nicht wie sonst, als das Theo-Team das Zepter schwang, um uns wenigstens für einige Augenblicke Ruhe zu verschaffen in der ständigen Aktivität der Woche. Die Auslosung der Paare für den großen Sylvesterwalzer stand bevor. Alle hatten die Make-up-Schicht mindestens verdreifacht (außer den Jungs, die hatten sich endlich wieder von ihrem Maskara befreien können), um die Blässe und die Augenringe der letzten Tage zu verdecken. So sahen eigentlich alle ganz frisch und munter aus, als sie über die Tanzfläche walzten, um sich danach auf das Buffet zu stürzen. Und was dann kam? - Party on! Die letzten Stunden des alten und die ersten des neuen Jahres begrüßten wir mit Tanz, Lachen, Gesprächen und auch Erinnerungen, die immer mal jemanden links von der Seite erwischten und ihn für einige Zeit außer Gefecht setzten, doch das Schöne ist ja, dass man damit nicht alleine ist, weil immer jemand da ist, der Zeit hat. Dieses typische JA-Gefühl des Zusammenhalts hatte ich irgendwie vergessen. Gut, dass ich das wieder weiß. Gute Güte, Omi wird sentimental. Sanse und Misa, wir trinken drauf!
Ich bin wirklich froh, dass ich mich aufgerafft habe, noch mal mitzufahren! So, jetzt hast du mal die Grobstruktur der Tagung! Die Einzelheiten gibt's per Telefon (Auf dass die Nächte kurz bleiben!)!

Es umarmt Dich ganz fest
Deine Freundin
Astrid

P.S.: Du hattest so Recht. Margareta ist wirklich großartig!

Astrid

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