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Es lebt! - Anmerkungen zum deutsch-tschechischen Verhältnis

ES LEBT!

Wieder einmal gibt es auf politischer Ebene im deutsch-tschechischen Verhältnis Verwirrungen. (Stichwort: Entschädigungsforderungen der Sudetendeutschen Landsmannschaft) Ich möchte den Blick auf die Volksdiplomatie zwischen Deutschland und Tschechien lenken und fragen, ob dort wirklich etwas läuft. Dieser Frage kann man auf zwei Wegen nachgehen.

Der Erste: Man macht sich auf und sucht wie ein Roboter nach allem, was "deutsch-tschechisch" enthält. Ein mögliches Suchergebnis könnte die deutsch-tschechische Gesellschaft in Frankfurt sein. Auf diese bin auch ich gestoßen. Anfang Februar veranstaltete die deutsch-tschechische Gesellschaft eine Podiumsdiskussion die das Ziel hatte, die Arbeit des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds (schon wieder: deutsch-tschechisch) vorzustellen. Ich hatte die Möglichkeit, stellvertretend für die deutsche Jugend, die binationalen Projekte der Jungen Aktion vorzustellen. Und von tschechischer Seite berichtete ein in der Jungen Aktion Altbekannter aus Brünn: Ondrej Liska. Neben uns referierten nach einer Einleitung von Anna Knechtel über den Zukunftfonds noch Dr. Roßbach (damals deutscher Vorsitzender des Verwaltungsrates), Herr Pojar (Tschechisches Mitglied im Verwaltungsrat) und Herr Feierabend (Vertreter des Sozialprojekts Entschädigung von NS-Opfern). Nach den Statements der Podiumsmitglieder kam das Publikum in einem gut gefüllten Saal der Dresdner-Bank-Zentrale zu Wort. Es wurde berichtet von Städtepartnerschaften, Begegnungsfahrten und Umweltprojekten, die von Hessen aus bestehen. Und einen noch tieferen Einblick in diese breit gefächerte hessisch-tschechische Zusammenarbeit ermöglichte das anschliessende gemütliche Beisammensein am Buffet.

Der zweite Weg, einen Einblick in das "Deutsch-Tschechische" zu bekommen führt ins Internet. Er besteht in der Lektüre des Jahresberichtes des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds (Er ist unter der Adresse: www.zukunftsfonds.cz einsehbar). Hier bietet sich ein Einblick in das breite Spektrum der grenzüberschreitenden Arbeit. Und bei den geförderten Projekten taucht auch immer wieder mal der Name "Junge Aktion" auf. Daneben gibt es eine Reihe von anderen Vereinen und Privat-Initativen, die sich der selben Sache wie wir angenommen haben. So wird deutsch-tschechische Zukunftsarbeit geleistet.

Egal, welchen Weg man wählt, eins wird deutlich: Es gibt mehr zwischen Tschechien und Deutschland an Kontakten auf der Ebene der Volksdiplomatie, als man denkt. Und dies können die noch ungelösten Probleme auf der politischen Ebene nicht kaputt machen. Das deutsch-tschechische Verhältnis lebt!

Matthias Dörr