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Gesicht zeigen für eine gute deutsch-tschechische Nachbarschaft

Fotostand "Gesicht zeigen" am Sudetendeutschen Tag 2009

Wir sagen „JA" zu einer guten deutsch-tschechischen Nachbarschaft!

Gesichter einer Nachbarschaft

Beim diesjährigen Sudetendeutschen Tag am 30. und 31. Mai in Augsburg war gemeinsam mit der Ackermann-Gemeinde an einem Stand erneut auch die Junge Aktion vertreten. „Gesicht zeigen für eine gute deutsch-tschechische Nachbarschaft!" war das Motto des aktuellen Foto-Projektes der Jungen Aktion. Wer dieses Anliegen teilte, konnte sich am Samstag fotografieren lassen. Dieselbe Aktion wurde auch während des Bundestreffens der Ackermann-Gemeinde vom 1. bis 4. August in der westböhmischen Bischofsstadt Pilsen auf dem Marktplatz durchgeführt, zu dem parallel die deutsch-tschechisch-slowakisch-ungarische Sommerwoche der JA stattfand. Die fotografierten Porträts wurden anschließend zu einer Collage zusammengefügt und sollen Vertretern der Tschechischen Republik in Deutschland überreicht werden.

Kontroverse Diskussionen

Die Reaktionen auf das Fotoprojekt waren sehr unterschiedlich: Viele Besucher des Sudetendeutschen Tages waren sofort begeistert, andere hatten kein Interesse und wieder andere, vor allem aus der Erlebnisgeneration, widersprachen und diskutierten vehement. Aus ihrer Sicht sei eine „gute deutsch-tschechische Nachbarschaft" erst nach Klärung der offenen, aus der Vertreibung nach dem 2. Weltkrieg resultierenden Fragen und einem Umdenken in tschechischen Regierungskreisen denkbar. Dennoch ließen sich insgesamt gut 80 Personen allein beim Sudetendeutschen Tag ablichten und freuten sich über unser Projekt und die Möglichkeit, mitzumachen.

Ein Zeichen für Europas Zusammenwachsen

Als Junge Aktion wollen wir mit dieser Fotoaktion ein klares Zeichen setzen, dass ein gutes Miteinander von Deutschen und Tschechen möglich und gewünscht ist. Wir wollen in der Vielfalt des Sudetendeutschen Tages auch selbst als Verband damit „Gesicht zeigen". Der Jungen Aktion ist es wichtig, Jugendliche verschiedener Nationen zusammenzubringen, um Vorurteile abzubauen, Gemeinsamkeiten zu entdecken, und so über die gemeinsame Vergangenheit und über die gemeinsame Zukunft in einen Dialog zu treten – damit Europa weiter zusammenwächst.

Politische Gäste

Unmittelbar vor der Europawahl wurde der Sudetendeutsche Tag auch von der politischen Prominenz als willkommenes Podium genutzt. Bayerns ehemaliger Ministerpräsident Günther Beckstein verfehlte bei seinem Rundgang durchs Messegelände am Samstag den Stand der AG und JA leider knapp. Dafür war er beim 31. Bundestreffen der Ackermann-Gemeinde in Pilsen zu Gast und hat sich zur deutsch-tschechischen Nachbarschaft zu Wort gemeldet. Auch in Pilsen trat die Junge Aktion mit ihrem Fotostand auf, mit der wir dann tschechische Passanten und deutsche Touristen für die Sache gewannen.

Matthias Bellmann

Klare Botschaft an Politiker in Deutschland und Tschechien

„JA“ sagen zu einer guten deutsch-tschechischen Nachbarschaft und hierfür im wahrsten Sinne des Wortes Gesicht zu zeigen. Dazu forderten deutsche und tschechische Mitglieder der Jungen Aktion der Ackermann-Gemeinde im Mai 2009 auf dem Sudetendeutschen Tag in Augsburg und im August 2009 auf dem Marktplatz in Pilsen/Plzeň Teilnehmer und Passanten auf.

Über 400 Personen aus beiden Ländern ließen sich mit ihrem selbst auf eine Tafel geschriebenen „JA“ fotografieren. Unter ihnen sind junge Tschechen ebenso wie Sudetendeutsche aus der Erlebnisgeneration, prominente Persönlichkeiten wie Karel Schwarzenberg, Bischof František Radkovský, Weihbischof Gerhard Pieschl, Bernd Posselt, Prof. Horst Teltschik ebenso wie einfache tschechische und deutsche Bürgerinnen und Bürger. Aus den Fotografien entstand ein Plakat, das Anfang 2010 an politische Repräsentanten Deutschlands, Bayerns und der Tschechischen Republik überreicht wurde:

Die erste Übergabe des Plakats konnte an einen Vertreter der Bundesregierung erfolgen. Anfang Januar 2010 fuhr eine Delegation der Jungen Aktion zu einem Termin mit Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg MdB nach Bad Steben. Aus München reiste hierzu eigens der stellvertretende tschechische Generalkonsul Ivo Losman an.

Im Februar waren Vertreter der Jungen Aktion der Ackermann-Gemeinde in die Bayerische Staatskanzlei eingeladen, um Emilia Müller, Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, in Vertretung der Staatsregierung das Plakat „Gesicht zeigen für…“ zu überreichen. Für das Generalkonsulat der Tschechischen Republik nahm daran Konsul Karel Mroček teil.

Da zu der Zeit der Präsentation des Projektes in der Tschechischen Republik eine Interimsregierung an der Macht war, entschied sich die Junge Aktion das Plakat an führende politische Repräsentanten der verschiedenen politischen Parteien zu überreichen. So nahmen Ende März führende Politiker der ODS (Senator Dr. Luděk Sefzig), der ČSSD (Dr. Vladimír Špidla, Ministerpräsident a.D.), der KDU-ČSL (Senatsvizepräsident Dr. Petr Pithart, Ministerpräsident a.D.) und der Grünen (Ondřej Liška, Parteivorsitzender und Abgeordneter der Grünen und ehemaliger Schulminister) das Plakat entgegen und sprachen sich so für eine gute deutsch-tschechische Nachbarschaft aus.

Mit unserem Projekt setzen wir ein Zeichen für die Annäherung aller Länder Europas an dem exemplarischen Beispiel von Deutschland und Tschechien. Wir leben in unserem Verband den Gedanken eines geeinten Europas und zeigen mit dieser Aktion, wie man trotz einer schwierigen Vergangenheit (nicht nur junge) Menschen aus Tschechien und Deutschland zusammenführen kann. Wir zeigen, dass ein gemeinschaftliches Zusammenleben möglich ist und wollen dies auch den Zweiflern und Gegnern dieses Gedankens zeigen.

 

Zusammenfassung "Gesicht zeigen" (pdf)