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Spurensuche 2011: Südmähren

Spurensuchler 2011

Spurensuche im tschechischen Grenzgebiet

Traditionell versammelten sich in der vierten Augustwoche 25 junge Menschen aus Mitteleuropa, um gemeinsam sieben Tage lang das tschechische Grenzgebiet mit dem Fahrrad zu erfahren.

 

Auf und Nieder, immer wieder...

„Wir haben den einzigen Berg weit und breit extra für euch ausgesucht.“ Ganz konnten wir das Ondřej Matějka nicht glauben. Sind wir doch den ganzen Tag bergauf und bergab geradelt. Die unglaubliche Hitze steigerte die Anstrengung ins Extreme. Da wurden selbst die flachen Strecken zur Qual.

 

Ausblick von den Polauerbergen auf die Frauenburg

Entdeckungsreise

Doch von Anfang an. 25 Leute waren aus ganz Mitteleuropa angereist. Südmähren war das Ziel. Genauer der ehemalige Landkreis Nikolsburg (Mikulov). Es galt, eine beeindruckende und vielfältige Kulturlandschaft zu entdecken.

 

Viele Spuren

Allen Widrigkeiten zum Trotz konnten wir einiges bewundern. In Nikolsburg vom Barock inspirierte sozialistische Deckenmalereien. Ebenda Spuren von den 42 % jüdischer Bevölkerung. An der Thaya (Dyje) und ihren Stauseen das New York der Steinzeit. Hier war zeitweise das am desmarsch dichtesten besiedelte Gebiet Europas. Wunderschöne Auwaldreste ließen uns erahnen warum. Eine Bergwanderung führte uns die beinahe subtropische Flora vor Augen. Neben bei wurden wir zu Experten beim Pflucken von Kornel - Kirschen. Auch die UNESCO war sehr angetan von diesem Flecken Erde. Kein Wunder, dass die Liechtensteiner hier ihre gigantische Schlossanlage bauten. Zwischen Eisgrub (Lednice) und Feldsberg (Valtice) tauchte mal hier mal da ein gotischer Spitzbogen oder ein riesiges Tor im Wald auf.

der erschwerte Aufstieg zum Südmährerkreuz

Erinnerung an den Brünner Todesmarsch

Doch auch hier hinterlies die Zeitgeschichte ihren Stempel. Einen Tag lang folgten wir dem Brunner Todesmarsch. Dabei fuhrten wir tragikomische Denkmalstudien durch. Und eine sehr aufgeschlossene Zeitzeugin kam zu Wort.

 

Kroaten in allen Himmelsrich-tungen

Doch nicht nur die Deutschen kamen unter die Räder. Auch osmanenscheue Kroaten wurden in alle Himmelsrichtungen zerstreut. Deren Schicksal wurde uns sehr lebhaft im ehemaligen Kroatenort Fröllersdorf (Jevišovka) bewusst.

Mittagspause in Mikulov

Verwöhnte Drahtesel - tapfere Radler

Selbstredend machten die tschechischen Straßenverhältnisse den ver wöhnten deutschen Fahrrädern einige Probleme. So mancher Schlauch und mancher Mantel blieb auf der Strecke. Die überhitzten Radler hingegen kamen alle jeden Abend im hauseigenen Badeteich an.

 

Erlösendes Gewitter

Der letzte Tag loste auch das letzte Problem. Vom Gewitter getrieben verriet uns der Vorbereitungstrupp nun auch eine Gebirgsumgehung. Auf dieser ging es dann am nächsten Morgen Richtung Heimat. Ein groses DANKE an Ondřej, Kerstin und Martin für die gute Leitung!

Samuel Raz