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Sommerwoche in Pilliszentiván

Aus dem JA-Heft 3/2014

Forscher überrascht: Jugendbegegnung ohne Chaos

In Ungarn führte ein Team aus internationalen Spitzenforschern diesen Sommer ein bisher nie dagewesenes Experiment durch. In der kleinen Stadt Pilisszentivan in der Nähe von Budapest trafen sich zu diesem Zweck 30 Jugendliche aus Deutschland, der Tschechischen Republik, der Slowakischen Republik und Ungarn. Ziel des Experiments war es, herauszufinden, wie sich eine Gruppe junger Menschen verhält, die aus ganz Mitteleuropa kommen und nicht alle dieselbe Sprache sprechen. Kommt es zu absolutem Chaos? Verwandeln sich eventuell einige Teilnehmer zu Vampiren? Und kommen überhaupt alle wieder heil aus Ungarn zurück?

Bevor diese Fragen aufgelöst werden, noch etwas zum genaueren Versuchsaufbau. Die Rahmenbedingungen des Experiments waren fachmännisch eingefädelt. Die Unterkunft der Probanden ausgezeichnet hergerichtet, die Verpflegung zwar keine Sterneküche aber sehr lecker und ungarisch-deftig. Auch das Wetter stellte mit durchgehend hohen Temperaturen keine Gefahr für den Versuchserfolg dar. 

Der Tagesablauf der Probanden war streng geregelt. Auf ein gemeinsames Frühstück folgte stets das Morgengebet, bei dem die Versuchsteilnehmer schon die ersten sprachlichen Hürden überwinden mussten. Doch mit Banana-Nervennahrung meisterten die Testpersonen diese Herausforderung im Handumdrehen. Neben diesen alltäglichen Programmpunkten gab es im Versuchszeitraum noch viele weitere wechselnde Aufgaben für die Teilnehmer. So wurden Teamwork unter Leistungsdruck bei einer der wenigen europaweit agierenden Castingshows „Europa hat Talent / Európa má talent / Európa tehetség“ auf die Probe gestellt. Hier zeigten sich bei den Probanden erste Anzeichen einer noch nicht näher zu definierenden psychologischen Verhaltensauffälligkeit, die sich dadurch äußert, dass sich die betroffene Person kurzzeitig für ein Tier hält. Wir halten es aber für ein Gerücht, dass es sich hierbei um eine chronische Krankheit handelt. 

Doch den Organisatoren des Experiments war das natürlich noch nicht genug. Auch die Interaktion mit den Einheimischen war Untersuchungsgegenstand des Versuchs. So wurden mehrere Male Gäste aus der Umgebung eingeladen, die den Probanden einen interessanten Einblick in das Leben der deutschen und slowakischen Minderheit im Budapester Umland ermöglichten. Hierbei ist festzuhalten: Die Testpersonen entwickelten nach anfänglichen Hemmungen große Begeisterung für diese Thematik und es ist davon auszugehen, dass ihnen einiges von dem Erzählten in Erinnerung bleiben wird. Das Forscherteam ist von diesem Lernerfolg ganz aus dem Häuschen und vermutet den Grund dafür in der anschaulichen Vortragsweise der geladenen Gäste.

Doch die Forscher mussten auch negative Ergebnisse verzeichnen. Die Orientierungsfähigkeit einiger Probanden war oftmals unzureichend. So wurden beispielsweise schonmal Ost mit West, oben mit unten und Kirchen mit Badehäusern verwechselt. Aber gut, bei der Länge der ungarischen Straßennamen ist das ja auch kein Wunder. Des Weiteren muss hier im Namen der Probanden noch erklärt werden, dass auch der logistische Leiter des Forscherteams nicht immer genau wusste, wo’s den Berg eigentlich wieder hinunter geht.

Um das Verhalten der Versuchsteilnehmer im Einzelnen genauer beleuchten zu können, wurden teilweise auch kleinere Gruppen gebildet, die sich mit unterschiedlichen Aufgaben auseinandersetzten. Die Früchte dieser Arbeit zeigten sich allerdings erst am letzten Abend des Experiments. 

Hier versuchte das Forscherteam ,die Probanden noch einmal aus der Reserve zu locken. Doch auch an diesem Abend brach das erwartete Chaos nicht aus. Sämtliche Probleme (von mangelnden Getränken über schmutzige Teller bis hin zu musikalisch nicht verwendbaren Soundboxen) konnten die Testpersonen beheben. 

Daher ist es verständlich, dass die Rückmeldungen der Teilnehmer durchweg positiv waren. Und das Forscherteam muss wohl seine Annahmen korrigieren. Wenn Jugendliche aus vier verschiedenen Ländern zusammenkommen, verspricht das eine sehr coole und junge Aktion zu werden. Mit den Worten eines Teilnehmers: „Am liebsten wäre ich gleich dreimal hier!“ 

Nicht nur Deutsch und Ungarisch wurde geredet!
Moritz R. - Weihnachtsschweinebraten
"Dreimal hier!"
Nicht nur Deutsch und Ungarisch wurde geredet!
Moritz R. - Weihnachtsschweinebraten
"Dreimal hier!"
Nicht nur Deutsch und Ungarisch wurde geredet!
Moritz R. - Weihnachtsschweinebraten
"Dreimal hier!"