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Silvesterbegegnung in Brünn – „Die unerträgliche Leichtigkeit der Heimat“

Theresia Bode war nach langen Jahren bei den Kinder- und Jugendbegegnungen Plasto Fantasto das erste Mal bei der „großen“ JA dabei – bei der deutsch-tschechischen Silvesterbegegnung, die vom 28.12.2016 – 01.01.2017 in Brünn/Brno stattfand. Hier berichtet sie von ihren Erlebnissen.

Ich war dieses Jahr das erste Mal bei einer JA-Silvesterfeier dabei – das erste Mal, dass ich überhaupt so richtig Kontakt mit der Jungen Aktion hatte. Ich war ein bisschen aufgeregt, schließlich weiß man ja nicht, wie die Leute sein werden. Ich bin am 28. Dezember aus Prag mit anderen ehemaligen Plasto-Teilnehmern gekommen und wir wurden an unserem Tagungsort in Brünn sofort herzlich mit Würstchen begrüßt. An dem Abend gab es einige Kennenlernspiele, auch wenn es natürlich einige Tage dauerte, bis man alle Namen draufhatte. In Brünn herrschten Minusgrade, das heißt, man musste am Morgen eventuell mehrere Schichten von Kleidung anziehen. Ich persönlich habe das leider erst nach der mehrstündigen Stadtführung durch Brünn gemerkt, die trotz der Kälte sehr informativ war. Jaroslav Ostrčilík erzählte uns dabei auch viel über das Zusammenleben von Tschechen und Deutschen in Brünn. Wieder zurück im Warmen ging Jaroslav auch noch auf die Veranstaltungsreihe Meeting Brno ein.

Da diese Begegnung unter dem Motto „Heimat“ verlief, hatten wir verschiedene Vorträge und Workshops von Heimat-Literatur über Heimat-Gefühl bis zu der Frage, was genau eigentlich Heimat ist. Unsere Wohnorte konnten wir auf einer Karte markieren, dort konnte man sehen, wie verstreut wir waren. Jeder sollte etwas aus seiner Heimat mitbringen, jeder hatte ein typisches Objekt mitgebracht – außer einem Jugendlichen, der seine Schwester mitgebracht hatte, weil diese ihn an seine Heimat erinnern würde. Das diente zu jedermanns Belustigung.

Ein Highlight war auch der Tagesausflug nach Wien. In Wien hat sich die Gruppe dann getrennt, ich bin in das Haus der Musik gegangen. Sehr empfehlenswert! Andere hatten die Gelegenheit, ins österreichische Parlament zu gehen. Mit der ganzen Gruppe gingen wir dann auf einen Stadtrundgang mit dem Historiker Prof. Karl Vocelka, dessen Vorfahren zu den Wiener Tschechen im alten k.u.k Wien gehörten. Danach hatten wir etwas Freizeit um uns noch etwas von Wien anzuschauen – oder um Manner-Waffeln zu kaufen ;-)

Am letzten Tag des Jahres feierten wir gemeinsam einen schwungvollen Jahresabschluss­gottesdienst und konnten uns auch noch einen nigelnagelneuen Film anschauen. Veronika Kupková aus Nordböhmen stellte uns den Film „Generation N: Deutschböhme“ vor. Dazu hatte sie vier aus ihrer böhmischen Heimat vertriebene bzw. dort nach dem Krieg verbliebene Deutsche interviewt. Das konnte uns auch für unser heutiges Nachdenken über das Thema „Heimat“ Impulse geben.

Dann kam auch schon mein persönliches Highlight, Silvester! Vor der großen Party wurden noch einmal die Grundschritte des Tanzens wiederholt, damit sich auch ja keiner blamierte. Am Abend durften die Männer erst einmal bei einem Pärchenspiel eine Frau „erwerfen“. Da die Frauen in der Überzahl waren, hatten einige Herren die Chance sogar zwei Damen zu bekommen. Es war ein sehr entspannter Abend mit Essen, Trinken und natürlich Sternpolka! Kurz vor Mitternacht sind wir alle hinausgegangen, um die Sekunden bis zum Neuen Jahr laut mitzuzählen und gemeinsam anzustoßen. Das Feuerwerk war das Frieren auf jeden Fall wert! Wieder im Warmen ging die Party erst richtig los. Es wurde zu alten sowie neuen Hits getanzt wie den Time Warp oder Ma Cherie, gelegentlich unterbrochen von der Polka. Ich hatte sehr viel Spaß an diesem Abend, so wie auch an der ganzen Begegnung. Denn die Leute die ich hier kennengelernt habe, sind einfach klasse! Ich kann mir nicht vorstellen, je mit irgendwem anders Silvester zu feiern. Vielen Dank an alle, die an diesem unvergesslichen Ereignis teilgehabt haben.

Theresia Bode

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