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Adéla Kohanová (Jagačová)

2013-14 in München

Wie würdest du deine Freiwilligenerfahrung in der JA beschreiben?

Es war eine Erfahrung, die mir viele neue Möglichkeiten gegeben hat. Der Freiwilligendienst hat mir so zu sagen die Tür in die Welt geöffnet. Ich habe viele Menschen kennengelernt und neue Orte gesehen. Ich konnte ein Teil von interessanten Begegnungen und Veranstaltungen sein und sie sogar mitgestalten. Ich erinnere mich immer sehr gerne an die erste Reise mit Maruska S. nach Frankfurt. Da habe ich sehr nette Menschen kennengelernt. Eine sehr schöne Veranstaltung war auch das Symposium in Passau und dann natürlich auch die traditionellen Veranstaltungen von JA, wie Silvester, damals sogar in der Slowakei, Osterbegegnung in Niederalteich mit Kontainerduschen  Katholikentag in Regensburg oder die Begegnungen in der Nähe von Budapest. Es war sehr schön und spannend.

 

Wie würdest du es in drei Worten beschreiben?

Erfahrungen, Möglichkeiten, Ansichtssache

 

Erzähl uns von deinen Lieblingsorten, lokalem Essen, das du vermisst, oder anderen Dingen.

Mir fehlt eigentlich nichts, da ich in München geblieben bin und nur den Stadtteil gewechselt habe. Ich war damals sehr gern im Englischen Garten oder im Olympiapark unterwegs, nun ist der Schlosspark Nymphenburg oder Westpark in der Nähe. München ist eine schöne Stadt, aber es gibt auch schönere in Deutschland  Ich finde Bayern aber sehr schön und möchte hier auch bleiben.

 

Was ist deiner Meinung nach der größte Vorteil eines Freiwilligenjahres für dich gewesen?

Ich glaube, dass ich ohne diese Möglichkeit nicht so früh, wenn überhaupt, ins Ausland ausgewandert wäre. Dadurch wurde ich sehr schnell selbständig und konnte viele Sachen lernen, neue Erfahrungen sammeln und an Mut gewinnen. Ich kam allein in ein fremdes Land und musste es irgendwie meistern. Dieses fremde Land ist zu meinem Zuhause geworden. Ich habe auch eine andere Ansicht auf dieWelt gewonnen, aber ich habe auch gelernt, wie wichtig es ist, eigene Werte zu behalten.

 

Würdest du diese Erfahrung empfehlen? Warum oder warum nicht?

Auf alle Fälle. Man kann nichts verlieren und man bekommt viele Chancen, die er sonst nicht bekommen hätte. Man kommt auch in Kontakt und Austausch mit anderen Freiwilligen aus der ganzen Welt und somit kann man viele internationale Kontakte knüpfen.

 

Hast du Empfehlungen für junge Menschen oder für andere Freiwillige in dieser Position?

Die Chance nutzen und das Beste draus machen.

 

Hast du noch Kontakt zur JA / AG?

Leider nein. Ich bin mit manchen netten Menschen über Facebook verbunden aber so richtig im Kontakt kaum. Allerdings habe ich vor ein paar Monaten in meiner derzeitigen Arbeit eine dienstliche E-Mail von einer Mitarbeiterin der Ackermann-Gemeinde bekommen. Das war eine nette Erinnerung und da haben wir uns auch ein paar private Nachrichten ausgetauscht.

 

Wie hat sich diese Erfahrung auf dein aktuelles Leben ausgewirkt?

Ich lebe in Deutschland, in München und ich fühle mich hier wie zu Hause. Ich habe zwar vorher davon geträumt, einmal im Ausland zu leben, aber ich würde das wahrscheinlich nie wirklich auch durchziehen. Ich war dafür nicht vorbereitet und war auch dazu nicht bereit. Nun kann ich mir vorstellen, dass ich (fast) überall auf der Welt leben könnte und dass ich es schaffen würde. Ich denke jetzt auch ganz anders als vorher. Ich kann die Probleme und gesellschaftliche Themen anders und offener ansehen. Ich habe gelernt, eigene Meinungen zu haben, sie zu äußern und zu verteidigen und eigene Entscheidungen zu treffen und sie ebenfalls zu begründen.

 

Was machst du gerade?

Ich bin verheiratet, habe aber keine Kinder. Ich versuche endlich mein Studium an der LMU zu Ende zu bringen, aber Corona hat mir da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich möchte nämlich meine Masterarbeit schreiben, die sich mit einem deutschen Dialekt in der Slowakei beschäftigt. Für die Forschung muss ich zahlreiche Interviews mit Leuten machen, die überwiegend älter sind und natürlich muss ich in die Slowakei reisen, das ist jetzt aber nicht mehr selbstverständlich und einfach. Außer meines Studiums leite ich Deutschkurse für Flüchtlinge in München und im Brucker Forum in Fürstenfeldbruck (momentan online) und arbeite auch in der wissenschaftlichen Bibliothek des Collegium Carolinums – also wieder deutsch-tschechisch-slowakisch. Einmal pro Woche unterrichte ich auch Erstklässlern Slowakisch bei dem Deutsch-Slowakischen Kulturklub. Ich habe 10 5-7-jährige Kinder, die eine deutsche Schule besuchen, aber bei denen mindestens ein Elternteil aus der Slowakei kommt. Mein Ehemann unterrichtet auch Slowakisch als Fremdsprache und dabei unterstütze ich ihn auch, indem ich die Buchhaltung und Werbung mache. Falls jemand Slowakisch lernen will, kann er oder sie sich gerne melden

 

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Ein Haus mit Pool in Grainau mit Aussicht auf die Zugspitze, ....  Ich habe keine konkreten Pläne. Ich wünsche mir nur, dass ich und alle meine Liebsten gesund bleiben und dass wir alle glücklich sind. Ich habe meinen Beruf schon gefunden und ich würde da gerne weitermachen. Ich wollte immer die Welt verändern. Das ist mir noch nicht gelungen, aber dadurch, dass ich den Menschen die Sprache beibringe, kann ich ihre Welt ändern und durch sie vielleicht auch ein bisschen die gesamte Welt. Lehrerin zu sein ist einfach perfekt. Ich möchte mich aber noch im Bereich der Sprache Deutsch verbessern. Ich habe zwar schon mein Ziel bei den Sprachprüfungen erreicht, aber ich möchte noch mehr meine Kenntnisse vertiefen und auch Bayerisch lernen. Und eine eigene Sprachschule (in mehreren Ländern) gehört natürlich auch später dazu. Ich würde vielleicht gern in der Zukunft auch im Bereich der Slowaken im Ausland oder Ä. tätig sein. Ich würde gerne die Slowakei und die slowakische Sprache hervorheben, da ich vor ein paar Tagen wieder gefragt wurde, ob die Slowakei eine gemeinsame Grenze mit Deutschland hat.